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Herr Richter und sein Enkel
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2007 und 2008 waren zwei aufregende Jahre. Der Erfolg der Harko-Krimis wurde durch das Ende der Zusammenarbeit mit dem HSB-Verlag gebremst. Die Suche nach einer Alternative war nicht einfach. 

Der entscheidende Anstoß kam im Sommer 2008 von einem Leser, einem Richter aus Deutschland: Starte doch einfach eine neue Reihe. 

Was leichter gesagt als getan ist. Ich steckte bis über beide Ohren in Arbeit. Ich entdeckte ich das Fotografieren neu, interessierte mich für das Malen, entwickelte Verfahren, um Fotos in Gemälde umzuwandeln und dachte intensiv über Bildergeschichten nach.

Dann zeigte mir eine Freundin ein Haus,  das sie kaufen wollte. Im Norden Korfus gelegen, mit einem phantastischen Blick über das Meer auf die Berge Albaniens. Und mit einem Wohnzimmer, das mich sofort begeisterte: Ein großer Raum, der auf zwei Seiten nur aus Fenstern bestand. Hier, so dachte ich, würde sich ein Maler wohlfühlen, das ist das perfekte Atelier.

Stephen King hat die Arbeit eines Schriftstellers mit der eines Archäologen verglichen, der einen Knochen findet und nun versuchen muß, das gesamte Skelett freizulegen - er weiß, es ist da, er muß es nur noch ausgraben. Schriftstellern geht es manchmal ähnlich: Sie stolpern über eine Idee und wissen, dahinter verbirgt sich ein ganzes Buch, das sie nur noch aufschreiben müssen. Als ich in diesem Atelier stand, wußte ich, daß ich gerade über eine solche Idee stolperte.

Ein Maler. Ein älterer Mann, der sich nach einem erfüllten Arbeitsleben nach Korfu zurückzieht, um hier seiner Leidenschaft zu frönen. Dem aber nicht viel Ruhe vergönnt ist, er muß sich um seinen Enkel kümmern, der wieder einmal sein Studium geschmissen hat. Natürlich sind die Beiden nicht gut aufeinander zu sprechen: Der Enkel, der den Kopf voller Flausen hat, und der Großvater, den nur sein Pflichtgefühl daran hindert, den unwillkommenen Mitbewohner wieder loszuwerden. Eine gute Ausgangsbasis für viele Konflikte.

Aber Grundlage für einen Krimi? Ich war skeptisch. Dann erfuhr ich mehr über den Großvater - Schriftsteller haben gelegentlich so etwas wie eine Affäre mit einer Muse, und unter intensiven Küssen werden Musen gesprächig. Ein Maler? Wohl eher ein Möchtegern-Maler. Handelsvertreter will er gewesen sein? Da hat er Dir nur was von seiner Tarnung erzählt. Weißt Du, was der Opa wirklich war? Ein Geheimagent. War auf der ganzen Welt im Einsatz, hat viel erlebt, verfügt über beste Kontakte und weiß von vielen Geheimnissen. Nun? Dämmert Dir was?

Musen geben ihr Wissen nicht auf einmal preis, sie wollen immer wieder geküßt werden. Ich erfuhr nur, auf welch spektakuläre Art Großvater und Enkel in ein Abenteuer stolpern, das sie tief in die  Geschichte Korfus führt, und bin seitdem dabei, einem großen Geheimnis auf die Spur zu kommen. Und versuche, die Spannung, die ich selbst bei dieser Jagd erlebe, im Krimi festzuhalten.

Was ich bislang schon verraten kann: Den Titel der neuen Serie. Als Dank für die Anregung durch den Richter heißt der Großvater Michael Richter, und die Serie ist eine Hommage an Friedrich Dürrenmatt, dessen Krimis eine Klasse für sich sind. (Hat mir die Muse bei einem besonders intensiven Kuss verraten...) 

Und so heißt die neue Serie:  Herr Richter und sein Enkel.

Mehr, so hat mir die Muse gesagt, darf ich jetzt noch nicht verraten. Nur soviel: Im Sommer soll der erste Band erscheinen. Und wie das manchmal so geht, hat sich die Geschichte des zweiten Bandes auch gleich vorgestellt - im September soll auch dieser Band herauskommen.

Ach ja: Ich soll noch einen schönen Gruß von meiner Muse ausrichten, sie wird darüber wachen, daß es diesmal keine Probleme mit irgendwelchen Partnern gibt...

 

PS: Mehr zum neuen Krimi steht im neuen Blog - Link im Menü.